All of Us Strangers
Adam (Andrew Scott) lebt allein in einem fast leeren, anonymen Londoner Hochhaus. Er arbeitet an einem Drehbuch, das lose von seiner Kindheit inspiriert ist, doch eigentlich sitzt er fest: zwischen Fotos aus den 80ern, alten Schallplatten und einer ewigen Stille. Bis eines Abends Harry (Paul Mescal) vor seiner Tür steht – ein Nachbar, den er bisher kaum beachtet hat und so einsam zu sein scheint wie er selbst. Was mit einem zögerlichen, schüchternen Gespräch beginnt, wird langsam zu einer intensiven, liebevollen Verbindung.
Parallel dazu zieht es Adam immer wieder zurück in den Vorort, in dem er aufgewachsen ist. Dort steht sein Elternhaus, eingerichtet wie damals. Seine Eltern (Claire Foy und Jamie Bell) sind da, unverändert, als wäre seit seiner Kindheit keine Zeit vergangen. Sie führen Gespräche über sein Leben, seine Beziehung, seine Einsamkeit. Das Ungewöhnliche daran: Adams Eltern sind seit Jahrzehnten tot.
💯 Shelfd Einordnung von Althea Pappas
„All of Us Strangers” (2023) ist eine Liebesgeschichte, Trauerarbeit und Fantasie zugleich. Realität und Erinnerung gleiten ineinander, und man ist sich nie ganz sicher, wo die eine aufhört und die andere beginnt. Andrew Scott spielt Adam mit einer Verletzlichkeit und Offenheit, die wehtut. Paul Mescal ist sein Gegenpol – impulsiv, charmant, und doch voller Risse. Ihre Verbindung ist intim, aber nie überhöht, getragen von Blicken und Pausen statt vielen Worten. Andrew Haigh inszeniert das in einem warmen, traumartigen Licht, das Realität und Fantasie verschwimmen lässt.
Und so fühlt sich der Film auch an: Wie ein Traum, in dem man sich ständig fragt, ob man jetzt schon aufgewacht ist oder nicht. „All of Us Strangers” zeigt, wie tief Einsamkeit in den Körper eindringen kann und was passiert, wenn die Vergangenheit nicht loslassen will.
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